das biocafe    Warum fairer Handel?

Damit die Menschen, die Kaffee, Tee, Kakao usw. in fernen Ländern produzieren faire Löhne bzw. Einkünfte erhalten.

Die ganze Welt auf unserem Tisch

Sind Sie heute schon auf Weltreise gewesen? Vermutlich nicht, dafür aber haben der Kaffee oder Tee zum Frühstück, die Banane in der Mittagspause und der Orangensaft samt Schokoriegel am Nachmittag einen langen Weg hinter sich - die Rohwaren, die man dafür braucht, kommen aus den so genannten Entwicklungsländern. Trotzdem sind die Endprodukte hier sehr billig und das hat seinen Preis: Viele Menschen in den Anbauländern arbeiten unter unwürdigen Bedingungen und erhalten für ihre Arbeit keinen gerechten Lohn oder für ihre Ernteerträge so niedrige Preise, dass nicht einmal die Produktionskosten gedeckt sind. Die Existenz von unzähligen Kleinbauern- und Arbeiterfamilien ist bedroht. Für sie setzt sich der Faire Handel ein.

Ein Beispiel:
Eine Kaffeekooperative in Peru erhielt 2002 für den Zentner Arábico rund 47 US-Dollar auf dem Weltmarkt.
Nach Abzug der Kosten für Sortierung, Verpackung, Transport blieben rund 30 US-Dollar übrig.
Die Produktionskosten lagen jedoch bei rund 80 US-Dollar.

Durch den Fairen Handel bekommt die Kooperative mindestens 126 US-Dollar pro Zentner. Ein Einkommen, das den Lebensunterhalt der Familien sicherstellt und notwendige Investitionen in Sozialprojekte wie Schulen, Apotheken, Stipendien etc. , bzw. im ökonomischen Bereich z.B. zur Anschaffung von Traktoren, Computern, neuen Maschinen oder in Weiterbildungsmaßnahmen ermöglicht.

Fairer Handel - wie funktioniert das?

Importorganisationen, die den Prinzipien des Fairen Handels folgen, kaufen von Kleinbauern-Zusammenschlüssen oder Unternehmen mit sozialer sowie ökologischer Verantwortung in den Entwicklungsländern Produkte, die dann in Deutschland verkauft werden. Das geschieht nach partnerschaftlichen Prinzipien wie z.B. langfristige Handelsbeziehungen und Möglichkeiten der Vorfinanzierung, die den Partnern im Süden Planungssicherheit bieten. Die höheren Preise, die im Fairen Handel gezahlt werden, sichern ein ausreichendes Einkommen für die Produzentinnen und Produzenten und tragen zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen bei. So können beispielsweise ihre Kinder zur Schule gehen; Bildungs- und Gesundheitsprojekte können gemeinsam aufgebaut werden. Insgesamt ermöglicht der Faire Handel den Produzentengruppen, in die Zukunft zu investieren, z.B. durch die Anschaffung neuer Maschinen für die Weiterverarbeitung, durch den Anbau neuer Produkte oder durch die Schaffung von besseren Transport- oder Lagermöglichkeiten.

Ist da, wo fair drauf steht, auch fair drin?

Wenn es sich um Produkte mit dem TransFair-Siegel handelt oder um Produkte der Fair Handels-lmporteure gepa, El Puente, dwp und BanaFair, dann ist gewährleistet, dass die Kriterien für den Fairen Handel auch wirklich eingehalten werden. Auf nationaler und internationaler Ebene gibt es Kontrollmechanismen, die die Einhaltung der Fair Handels-Kriterien sicherstellen. Das passiert nicht nur vom Schreibtisch aus, sondern auch über Besuche vor Ort.

Fair und bio: Ist das dasselbe?

Nein. Bio-Produkte sind nicht unbedingt fair gehandelt. Auf der anderen Seite sind nicht alle fair gehandelten Produkte Bioware. Bei Bio werden in erster Linie ökologische Standards überprüft, bei fair geht es vor allem um die Einhaltung von Sozialstandards. Der Faire Handel unterstützt Produzentinnen und Produzenten bei der Umstellung auf ökologischen Landbau, z. B. durch einen Preisaufschlag für Biozertifizierung. Bereits mehr als 50 Prozent der fair gehandelten Lebensmittel stammen aus kontrolliert biologischem Anbau.

Zum Beispiel El Ceibo in Bolivien

Der Genossenschaftsverband „El Ceibo" wurde 1977 gegründet. Seit 1986 ist El Ceibo Partner von internationalen Fair Handelsimporteuren und profitiert von höheren und vor allem stabilen Kakao-Preisen. Aus Geldmangel wurde schon immer weitgehend auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und Mineraldünger verzichtet. Die gezielte Umstellung auf ökologischen Anbau lag also nahe. Mittlerweile entsprechen rund 65 Prozent der gesamten Kakaoproduktion ökologischen Anbaukriterien.

Ohne die kontinuierliche Unterstützung durch den Fairen Handel wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen. Mit Hilfe von Anschubfinanzierung und technischer Beratung konnten darüber hinaus eine eigene Verarbeitungsanlage und ein Verwaltungsgebäude für den Genossenschaftsverband errichtet werden. Dadurch konnte El Ceibo als eine der ersten Produzentenorganisationen selbst verarbeitete Kakaoprodukte wie Kakaobutter und Kakaopulver herstellen und vermarkten. Weiterhin wurde im Laufe der Jahre ein vorbildliches Ausbildungs- und Trainingsprogramm für den verwaltungstechnischen und den landwirtschaftlichen Sektor aufgebaut.

Zum Beispiel Tea Promoters India (TPI)

Die Tee-Plantage Samabeong in Nordindien wurde in einem völlig heruntergewirtschafteten Zustand 1990 von TPI übernommen, wieder instand gesetzt und auf ökologischen Landbau umgestellt. Inzwischen hat sich nicht nur die Teequalität deutlich verbessert, sondern ebenso die Lebenssituation der etwa 200 Teearbeiterfamilien. Denn seit nunmehr 15 Jahren wird der gesamte Tee dieser Plantage zu Fair Handels-Bedingungen verkauft. Dadurch wurden für die Arbeiterfamilien Neuerungen und Zukunftsperspektiven möglich, an die vorher kaum zu denken war. So wurden angemessene Wohn- und Hygiene-Bedingungen geschaffen, ein Gemeinschaftszentrum und eine große weiterführende Schule errichtet.

Quelle: www.forum-fairer-handel.de



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